Heute Morgen packten wir gemütlich unsere sieben Sachen zusammen. Es war etwa 9:00 Uhr und wir waren schon fast bereit für die Abfahrt. Dann ein Schreckmoment! Mit einem Stoss wurde unsere Zimmertüre des Hostels geöffnet – wie scheinbar alle anderen auf dem Stockwerk auch. Kein anklopfen, nichts – als Georg nachschauen ging, standen die Putzwagen auf dem Flur, aber nirgends jemand zu sehen. Nachdem wir uns gefragt hatten, ob wir unsere Checkout-Zeit verpasst hätten (was wir nicht hatten), beruhigten wir uns vom Schreck, packten den Rest zusammen und machten uns vom Acker – scheinbar war jetzt Putzen angesagt – nicht dass wir am Schluss noch mithelfen müssen! 😉
Für Georg gab es heute einen Hustensaft, nachdem er immer noch Hustete. Ausserdem nahm Manuela nochmals das Projekt „Alcohol de Quemar“ (Brennsprit) in Angriff, da die nette Dame in der Apotheke Englisch sprach. Sie gab uns den super Tipp, dass es den Brennstoff in Drogerien gäbe und seit einiger Zeit nicht mehr in Supermärkten verkauft werde. Leider hatte die Drogerie im Ort geschlossen, also vertagten wir das auf den Zielort – dort gelang uns die Beschaffung dann schliesslich auch endlich :-).
Es war heute praktisch den ganzen Tag sonnig! Man glaubt es kaum. Aber es gab auch immer noch starken Wind, zum Glück meist von der Seite, selten sogar von schräg hinten ;-). Zum Schluss der Tour wurde es dann aber etwas zäher, denn da drehte der Wind auf „von-schräg-vorne“ – das war dann zu den Steigungen hinzugezählt nicht mehr soo funny. Aber wir jammern schon auf hohem Niveau – es regnet und schneit nicht und es hat über 10 Grad! 🙂 Wenn’s so bleibt – super :-).
Vom WOW-Moment heute gibt es bedauerlicherweise kein Foto und kein Video: Wir fuhren friedlich die Strasse entlang. Es gab keinen Verkehr sonst. Plötzlich erhob sich aus den Büschen auf der linken Seite ein ganzer Schwarm Vögel (viele!) und flog über unsere Köpfe hin und her. Es war imposant, wie sich die Vögel im Wind bewegten. Es war wunderschön! Vielleicht sehen wir sie weiter im Süden wieder? Vielleicht sind sie aber auch schneller als wir unterwegs.
Abends hatten wir dann irgendwann auch einmal wieder Hunger. Es war ca. 18:00 Uhr. Niemand isst in Spanien um 18:00 Uhr etwas – wirklich keiner! Kaffee wird getrunken, Bier dann wieder eher nicht um diese Tageszeit. Wir haben das noch nicht verinnerlicht. Wir dachten, dass in einer Stadt mit Touristen und Pilgern sicher auch ein Restaurant (mindestens eines für Touristen) offen hätte. Falsch gedacht. Es war keines offen. Wir suchten und suchten, fanden immer mal wieder eines auf Google Maps, das offen sein soll – dann aber doch nicht offen war. Hier in Spanien stimmen die Öffnungszeiten von Google Maps um einiges weniger oft als in Frankreich oder der Schweiz. Aber das ist ja eigentlich unser Problem, die Spanier haben einfach eine andere Essenskultur. Sie essen wenig zum Frühstück, dann ein ausgiebiges Mittagessen und das Abendessen nehmen sie erst sehr spät zu sich (nach 21:00 Uhr meist). Darum öffnen die meisten Tapas Restaurants erst spät am Abend (ab 19:30 / 20:30 Uhr).
Wir landeten schlussendlich in einem „Pizza&Beer“ Restaurant – es war nicht einmal so schlecht und satt wurden wir definitiv auch :-). Wir versuchen bei der nächsten Pause Spanien kulinarisch etwas besser kennenzulernen.
Den beiden Eurotrotter mit den Velos
Super!! Guter Entscheid zur Tageszeile mit der absolvierten Strecke. Als „Grufti“ fragte ich mich oft, was jetzt wirklich zum 35. Tag gehören dürfte.
Das Wetter scheint auch schöner zu werden gemäss den Fotos. 🙂 Allerdings müsst ihr euch mit dem Wind anfreunden, je näher ihr euch dem Nordatlantischen Ozean nähert. 🙁
Wünsche dem angeschlagenen Georg weiterhin schnelle Besserung und Manuela kein Absturz.
Geniesst trotz allem die schöne Zeit.
Paps
Danke vielmals! Ja, wir geniessen die Zeit immer noch. Das mit den Temperaturen täuscht etwas, durch den Wind bleibt es eher kühl. Aber die Sonne scheint seit unseren Effort-Touren etwas mehr.