Tag 51: Cáceres – Pueblo de Obando

Das Wetter zeigte sich heute Morgen von seiner grauen Seite. Es war bewölkt und neblig. Das zog sich so hin den ganzen Tag hindurch. Die Sonne macht irgendwo Pause im Moment, aber sicher nicht im Süden ;-). Auch mittags wartete Manuela vergeblich auf ihr Sonnenbad. So ging es über eine Nationalstrasse, mit viel Verkehr in Richtung Badajoz. 

Wir haben uns in den letzten Tagen noch etwas geziert, unsere Routenplanung anzupassen. Aber es ist so, dass Marokko seine Grenzen zu Spanien geschlossen hat und es keine Fährverbindungen mehr gibt. Wir haben diese Information schon etwas früher von einem Pilger und später auch noch von anderen Radreisenden erhalten. Wir machen nun das Beste daraus und ändern unsere Route in Richtung Portugal. In Portugal gibt es schöne Fahrradstrecken, welche wir erkunden wollen. Wir orientieren uns zudem am Wetter, welches hier nicht besser zu werden scheint. Wir ziehen es scheinbar einfach immer mit uns mit. Alle, die uns treffen, sagen, dass es bis als wir kamen sonnig und warm gewesen sei. Grr…. Das soll sich jetzt ändern 🙂

 

Tag 50: Torrejón el Rubio – Cáceres

Letzte Nacht passierte, was hier in Spanien so oft passiert – es war Samstag und die Party stieg auch in diesem wirklich kleinen Dorf bis um 3:00 Uhr morgens. Wir hörten das allerdings erst, als die Gäste der Bar unten im Hostal nach Hause gingen. Trotzdem haben wir sehr gut geschlafen. Im Preis inbegriffen war ein Frühstück, das einmal mehr sehr authentisch war. Es gab Toast (geröstetes Baguette) und Konfitüre für uns Nordeuropäer. Dazu sehr guten Kaffee, frisch gepressten Orangensaft und sogar Käse.

Heute war es das erste mal nicht wirklich kalt am Morgen. Wir konnten unsere Daunenjacken endlich mal in den Taschen lassen und „nur“ mit Windjacke losfahren. Es wurde immer wärmer, je weiter wir kamen, kurz vor Cáceres wurden es dann sogar über 16 Grad – endlich mal ohne frieren Fahrradfahren wieder! Juhee! Unterwegs hielt ein Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn – und bald sahen wir, dass uns Rolf zuwinkte. Vreny und Rolf waren bei einem Sprachkurs in Cáceres und wir haben uns für den Abend verabredet. 

Wir kamen in Cáceres an, wo gerade ein Mittelalterfest stattfand. Wir hatten das bereits gestern von den Belgiern erfahren, welche wir unterwegs getroffen hatten. Auch die Walliser welche wir gestern getroffen hatten, berichteten uns von dem Fest, welches nach Corona das erste mal wieder stattfinden konnte. Nachdem wir in dem kleinen Apartment eingecheckt hatten und geduscht waren, gingen wir auf eine kurze Runde, um den Markt anzuschauen. Es hatte wahnsinnig viele Besucher, sodass wir uns dann irgendwann wieder in unsere Unterkunft zurückzogen. 

Der Abend mit Rolf und Vreny war wirklich toll, wir haben uns sehr gut unterhalten. Wir gingen zuerst etwas trinken und beschlossen dann auch das Abendessen zusammen einzunehmen. Wir haben ein Chinarestaurant gefunden und gut gegessen. Der Wein war aber ziemlich süss ;-). Vielen Dank Vreny und Rolf für die angenehmen Gespräche und den wertvollen Austausch! Lässig euch kennengelernt zu haben. Wer weiss, vielleicht sehen wir uns wieder – ob in Graubünden oder im Wallis – wir würden uns freuen. Ihr seid auf jeden Fall gerne willkommen. Wir haben fast etwas die Zeit vergessen, aber das spielt keine Rolle – genau solche Momente machen unsere Reise aus. 

Tag 49: Plasencia – Torrejon el Rubio

Heute verliessen wir Plasencia bei für uns warmen 13 Grad, mit etwas Wind und keinem Regen. Nach der Stadt gab es dann gleich etwas Steigung zu bewältigen (aber für Schweizer Verhältnisse nix 😉 ). Wir hatten heute den Nationalpark „Monfragüe“ auf dem Programm, welches von Europa 2003 als Biosphärenreservat eingestuft wurde. Das Besuchercenter war beeindruckend. Wir überlegten uns, ob wir auf dem Campingplatz nebenan übernachten sollen um dann am nächsten Tag den Park noch besser anschauen zu können. 

Das Wetter spielte aber überhaupt nicht mit. Es wurde um einige Grad kühler und es begann wieder zu regnen. Also zogen wir wieder unsere Regenjacken an – wir haben sie ja schon länger nicht mehr benötigt. Dafür konnten wir unsere Daunenjacken in der Tasche versorgen. Die Strecke durch den Nationalpark war sehr schön. Es hatte – trotz Wochenende – kein Verkehr und die Aussicht war wunderschön! Das Wetter spielt da keine Rolle. Wir sahen auch wieder Geier, welche in den Felsen nisten – die Vögel sind wirklich beeindruckend gross.

Mittags haben wir uns ein Sandwich gemacht. Wir haben sogar überdachte Tische und Bänke gefunden! So blieben wir während des Mittagessens trocken. Während des Mittagessens kamen sogar noch Walliser (ja Schweizer) und setzten sich an den Tisch nebenan. Nachdem wir erkannt haben, dass wir gegenseitig dieselbe Sprache sprechen, hatten wir einen kurzen Smalltalk. Wer weiss, vielleicht sehen wir uns in Cáceres wieder :-). Nach dem Mittagessen haben wir (das erste Mal auf unserer Reise) sogar Tourenfahrer  aus Belgien getroffen. Das Pärchen war nach 10 Monaten auf dem Weg zurück nach Hause und staunte, dass wir nur so wenig Gepäck haben. Wir haben beide festgestellt, dass Warmshowers (wer mehr wissen will, bitte melden dann machen wir einen Blogpost darüber) hier nicht so verbreitet ist und die Spanier nicht so aktiv sind mit Antworten. 

Eigentlich wollen wir heute Wild campen, mussten aber unsere Pläne aufgrund der Gegebenheiten hier ändern und haben uns kurzfristig ein Hostal gebucht. Auch heute wieder eine spannende Erfahrung, vor allem die spanischen Bars auf dem Land sind immer wieder eine lustige Umgebung für uns. Wir kennen das so bei uns in der Schweiz nicht. Hier in Spanien scheinen sich alle in diesen Bars zu treffen – ob arm oder reich. 

Wir überarbeiten derzeit unsere grobe Route, mehr dazu aber in einem der nächsten Blogposts.

Tag 48: Plasencia

Nach den letzten sieben Tagen Fahrradfahren mit mehrfach über 80 Kilometern haben wir heute einen Pausentag eingelegt. Plasencia ist eine Stadt mit rund 40’000 Einwohnern. Wir haben den heutigen Tag gemütlich verbracht. Wir haben etwas gelesen, dazu kommen wir sonst nämlich nie, wir haben eine Stadtbesichtigung auf eigene Faust gemacht und etwas geschlafen. 

Ausserdem stand heute Wäschewaschen auf dem Programm. Auch Merinowolle und die beste Sportkleidung beginnt irgendwann unangenehm zu riechen. Darum war heute nicht nur Handwäsche angesagt, sondern wir waren in einer richtigen Wäscherei (Laundry). So kommen wir wieder gut über die Runden. 

Abends haben wir uns in einer Tapas Bar ein paar Tapas gegönnt und gingen früh aufs Zimmer. Morgen ist Regen und Wind mit 20 km/h und Böen von 55 km/h angesagt. Wir sind gespannt, ob uns das wirklich so treffen wird. Übermorgen ist bereits wieder schönes Wetter angesagt, wir sind derzeit zuversichtlich. Heute war es auch nicht so kalt und der Pausentag trug ebenfalls dazu bei, dass wir wieder positiv in die kommenden Tage starten.

Wir wurden uns heute mal wieder bewusst, WIE privilegiert wir sind, zu erleben, was wir erleben. Wir wollen auch zurück zu Hause weiterhin offen für grosse und kleine Abenteuer sein, auch wenn wir wieder beruflich eingespannt sein werden. Die ersten Ideen haben wir bereits in einer To-do-Liste festgehalten. Meist auch schon Gedanken, welche schon länger in unseren Köpfen herumschwirren, aber im Alltag immer wieder in den Hintergrund geraten. Einfach mal den Hintern hochheben und machen!!

Tag 47: Baños de Montemayor – Plasencia

Morgenessen: Schon wieder eine Steigerung zu gestern. Gestern gab es Madeleines (wir haben uns alle gekrallt welche nicht mit Schimmel überzogen waren). Heute gab es ein viertel Baguette und eine (ja wirklich 1) Konfitüre-Portiönchen (Konfitüre-Portion – für unseren Google Übersetzer) pro Person. Wenigstens gab es einen (ja: EINEN) Kaffee.
Nicht sonderlich überraschend steuerten wir den nächsten kleinen Supermarkt an, welcher dann auch unser Mittagessen absicherte. 

Heute war das Wetter TOP! Die Sonne schien den ganzen Tag und wir kamen sogar etwas ins Schwitzen, bzw. zogen sogar die Daunenjacken vor 10:00 Uhr aus! Die Tour heute war wunderschön. Wir haben heute Gänsegeier gesehen und waren ziemlich beeindruckt ob der Grösse dieser Tiere. Eine Schlange (leider überfahren) haben wir heute auch gesehen. Wir kommen also wirklich in Richtung Süden. Die Tour heute war – nach den vielen Kilometern der letzten Woche – etwas zu weit geplant. Zum Glück konnten wir die Route nach unserer Mittagspause anpassen, sodass wir um ca. 16:30 Uhr im Hostal ankamen. 

Endlich warm! Wir mussten heute nur ganz kurz frieren und im Hotel auch nicht mehr! Wir genossen den Abend sehr, inzwischen kennen wir uns auch etwas aus und können in Spanien auch Tapas bestellen – und zwar zur richtigen Zeit, wenn auch Einheimische ihre Tapas essen. Ein wirklich toller Abend heute und wir schlafen sicher gut! Morgen werden wir uns um unsere Vorräte, Fahrräder kümmern und unsere Wäsche waschen bevor es dann weitergeht. 

PS: Die Stimmung war heute Morgen auch noch nicht wirklich gut. Wir wollen doch unsere Reise geniessen, fühlen uns aber irgendwie auch unter Druck – denn wir wollen möglichst viel in der Natur sein – aber gleichzeitig auch viel erleben. Nach der heutigen Tour hat sich unsere Einstellung aber schon wieder verändert. Wir wollen das Beste aus unserer Situation machen  und wir haben auch nur drei Monate Zeit. Wir müssen uns zurückbesinnen wie privilegiert wir sind. Es wird DEFINITIV NICHT unsere letzte Reise sein in dieser Art.

Tag 46: Endrinal – Baños de Montemayor

Heute Morgen hatte Manuela keine Lust Fahrrad zu fahren. Als wir aufgestanden sind, war es wie immer bewölkt, kalt und windig draussen. Aber wir taten, was wir in einem solchen Fall immer tun: Kaffee Trinken, alles Packen und uns auf die Fahrräder schwingen! 
Nachdem wir das getan hatten, staunten wir beide nicht schlecht, denn es wurde wunderschönes Wetter! Die Wolken verzogen sich viel schneller als die Wetter-App vorausgesagt hatte – Yess – endlich!

Wir hatten heute eine relativ kurze Strecke über 38 Kilometer geplant. So konnten wir unsere Geschwindigkeit mal etwas drosseln und zum Glück bei diesem Wetter auch die Fahrt geniessen.
Wir fahren immer noch im Herbst. Überall wo wir ankommen, verfärben sich die Blätter an den Bäumen oder die Blätter fallen bereits. Das sieht bei Sonnenschein super aus, unsere Kamera konnte das leider nicht so gut einfangen. Alle Bilder im Blog sind derzeit noch unbearbeitet.

Nachmittags haben wir wieder in ein Hotel eingecheckt. Wir haben wirklich genug gefroren in den letzten Tagen und Wochen. Im Hotel war es auch nicht richtig warm, die Heizung bläst hier etwa 20 Grad warme Luft in Richtung Bett (diese kommt dann aber natürlich noch etwas kälter da an und es zieht). Zum Glück schien die Sonne noch etwas ins Zimmer. Als wir die Wetterprognosen für die kommenden Tage und Wochen anschauten, sank die Stimmung. Es kommt wieder ein Tief auf uns zu, teilweise mit Regen und noch niedrigeren Temperaturen. Die Routenplanung gibt keine Optimierungen mehr her, wir müssen da einfach durch. Die Wetterprognose kann sich ja auch irren ;-).

Tag 45: Salamanca – Endrinal

Das haben wir davon, dass wir oft auf günstige Übernachtungsmöglichkeiten zurückgreifen: Die Unterkünfte werden oft auch von Jugendlichen genutzt, welche es in die Städte zieht, um Party zu machen. So kommt es dann, dass sie um 21:30 Uhr essen gehen, um 23:00 Uhr in den Ausgang und um 4:00 Uhr morgens dann wieder ins Zimmer torkeln.
Aber wir verstehen es ja, wir sind halt einfach anders unterwegs und schlafen dann nicht so gut wie wenn wir irgendwo auf dem Land wären. Aber auch wir sind schon in Städten „verhockt“ (zu lange im Ausgang gewesen). 

Wir sind heute wieder entlang der Eurovelo 1 gefahren. Diese ist zwar nirgends beschildert – wir haben herausgefunden, dass diese in Teilbereichen und vor allem in Spanien erst geplant ist. Wir folgen also der Route, welche uns die App Komoot angibt – und die Vorschläge (ob Eurovelo oder nicht) waren immer sehr schön gewählt und passend. Es gibt wenig, was die App besser machen könnte (mindestens im Fahrrad-Bereich. Bei Wanderungen haben sind wir auch schon irgendwo im Nirgendwo gestanden).

Wir hatten auch heute keinen Gegenwind, aber es war kalt. Auch heute kamen wir auf rund 8 Grad, mehr gab es leider nicht. Dazu ein bissiger kühler Wind. Die Windkraftbetreiber freut es sicher. Wir haben einige Windräder auf den Hügeln gesehen und diese drehten kräftig! Heute sind wir mal auf dem Land, ungünstigerweise ohne gute Wildcamping-Möglichkeiten. Die Nächte sind natürlich lang und kalt, das haben wir gewusst. Wir hoffen, dass wir weiter im Süden wieder auf wärmere Gefilde treffen und nicht den ganzen Tag durchfrieren und in unseren Daunenjacken Fahrradfahren müssen – dann sind wir auch eher wieder im Camping-Modus.

Die letzten drei Tage haben wir 89, 85 und 88 Kilometer täglich mit etlichen Höhenmetern gefahren, um etwas Strecke in Richtung Süden zu schaffen. Uns haben die drei Tage sehr viel Spass gemacht. Mal wieder etwas sportlicher unterwegs zu sein hat auch seinen Reiz. Heute haben wir aber wieder etwas Tempo herausgenommen und sind 47 Kilometer gefahren (470 Höhenmeter).

Tag 44: Tordesillas – Salamanca

Letzte Nacht hatten wir keine kalten Füsse mehr zu beklagen. Die neuen Schlafsäcke haben wir in die bisherigen gelegt und so ging das eigentlich ganz gut. „Leider“ waren es nicht 3 Grad oder weniger als erwartet, sondern es waren über 6 Grad in der Nacht. Wir hatten darum eher etwas zu warm ;-). 
In der Nacht war es wieder ziemlich feucht draussen, denn der Campingplatz, auf dem wir übernachteten, lag an einem Fluss. Nachts war es relativ ruhig, die Autobahn in der Nähe war aber doch etwas zu hören.

Morgens kamen wir nur langsam in die Gänge. Wir hatten uns auf 8:00 Uhr einen Wecker gestellt. Wir waren aber beide vorher schon wach. Aus den warmen Schlafsäcken wollten wir aber nicht so richtig. Es war kalt, feucht und neblig (wie in der Nacht schon). 

Die Aussicht auf ein Müsli und einen warmen Kaffee trieb uns dann doch irgendwann aus den Schlafsäcken. Wir dachten auch (ja … „dachten“) dass die Sonne hervorkommen würde. 
Während der Kaffee aufbrühte und wir Müsli assen, verzog sich die Sonne nochmals für einen Powernap hinter die Wolken. Das macht sie regelmässig mit uns ;-).

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg. Heute nicht auf die Eurovelo 1, sondern auf direktem Weg nach Salamanca.

Wir hatten heute eine Strecke von über 85 Kilometern und 470 Höhenmetern geplant – und auch gemacht! Es war am Morgen wie immer saukalt, am schlimmsten finden wir es, wenn es statt wärmer am morgen nur noch kälter wird, weil der Wind bläst und die Sonne sich nicht blicken lässt. Das war auch heute so. Da hiess es durchbeissen! Irgendwann nach 11:30 Uhr wurde es dann besser und wir kamen in einen Flow! Wir haben richtig Gas gegeben und beide hatten Spass, diese Leistung zu bringen. 

Heute stand weniger die Natur im Vordergrund, denn die Strecke war immer etwas ähnlich in den letzten Tagen. Trotzdem können wir uns an der Weite hier irgendwie nicht sattsehen. Es ist beeindruckend. Wir sind uns das von zu Hause in den Bergen nicht gewohnt.

Wir haben uns heute ein Hostal in Salamanca gebucht welches 5 € mehr als der Campingplatz letzte Nacht kostete! Das Zimmer war einfach aber sauber und sogar zentral gelegen. Wir schauten uns am Abend noch ganz kurz den „Plaza Mayor de Salamanca“ an und gingen früh zu Bett. Morgen werden wir es wieder etwas gemütlicher nehmen.

Tag 43: Magaz de Pisuerga – Tordesillas

Heute Nacht haben wir grundsätzlich gut geschlafen, aber auch hier mögen die Spanier bis in die Morgenstunden Feste feiern! Melatonin sei Dank, irgendwann schläft jeder Mensch einmal. Die Bar im Hostal hatte erst um 9 Uhr wieder geöffnet. Darum haben wir uns ein Müsli auf dem Zimmer mit Milchpulver selbst angerührt. So machen wir das übrigens bereits die komplette Reise hindurch, wir finden Müsli mit nur Wasser nicht sehr gut (vermutlich aber reine Gewohnheitssache). 

Nachdem die Bar wieder geöffnet hatte, gönnten wir uns einen Kaffee und machten uns anschliessend auf den Weg Richtung Tordesillas. Der Tag startete neblig, mit knapp einem Grad. Wir sind uns das aber bereits gewohnt. Gegen 12 Uhr kam auch die Sonne noch etwas hervor – das haben wir sehr genossen. Wir gaben Gas und kamen immer besser voran. Irgendwann verschwand die Sonne leider wieder, und Georg hatte einen leichten Einbruch. Es nützte nichts, wir mussten weiter. Wir hatten uns einen Campingplatz ausgesucht, an dem wir die nächste Nacht verbringen wollten. Wir wollten unsere neuen Schlafsäcke testen, aber trotzdem nicht auf eine warme Dusche verzichten. 

Schlussendlich haben wir diesen auch erreicht. Bei kuscheligen 8 Grad stellten wir unser Zelt auf. Die Dusche war super, es gab sogar Musik im Duschraum. 

Wir hoffen, dass unser neuer Schlafsack uns in der nächsten Nacht genügend warm hält, denn es sind Temperaturen um 0 Grad angesagt. Morgen wollen wir dann weiter nach Salamanca, wir haben wieder eine ziemlich anstrengende Tour von knapp 90 Kilometer geplant. Wir wollen nun endlich aus dieser Wolke raus, die dauernd über uns schwebt. Die Prognosen sehen gut aus, brauchen aber noch 3-4 Tage Effort von uns! GoGoGo!

Tag 42: Burgos – Magaz de Pisuerga

Heute ging was! Wir haben heute knapp 90 Kilometer unter die Räder genommen in Richtung Süden. Eine gute Leistung, denn wir haben doch einiges an Gepäck. Georg ist wieder fit und Manuela gut trainiert! Das Wetter war traumhaft (wir hatten sogar etwas Rückenwind) und Georg konnte sogar seine Wanderhosen kürzen (ab zippen). Fürs T-Shirt reichte es wegen „der Bise“ leider nicht ganz.

Eigentlich wollten wir nach 80 Kilometern in ein Hostel einchecken. Das Hostal bzw. Booking.com hat uns die Buchung bestätigt, aber Reservationsbestätigungen kann man scheinbar auch überbewerten. Als Georg einchecken wollte, hiess es: Kein Platz, ich solle stornieren. Als Lösung gab man mir ein Hotel 12 Kilometer weiter an (welches aber auch bereits ausgebucht war). Wir sind beide zum Glück nicht gleich in Panik verfallen, im Notfall hätten wir sicher auch irgendwo zelten können. Aber im Moment ist es hier ziemlich kalt und die Nächte im Winter lang – ja, wir haben im Moment darum nicht so Lust auf Wildcampen – aber das kommt schon wieder :-). 

Google hat geholfen! Wir haben im nächsten Ort ein kleines Hostal (Herberge) gefunden, gebucht und konnten hier auch ohne Probleme einchecken. Wir gönnten uns sogar ein Bier und ein authentisches Abendessen. Mit dem Abendessen wurde natürlich wie in Spanien üblich um 21:00 Uhr gestartet. Es war beeindruckend authentisch – es gab keine Touristen oder sonst etwas! Danke vielmals an das Team vom Hostal/Restaurant Ceres in Palencia!

Wir haben bereits vor Burgos die 2’000 Kilometergrenze geknackt, ohne dass wir es bemerkt hätten. 2’050 Kilometer stand heute Nachmittag auf unserem Zähler.
Unsere Trek-Fahrräder leisten jeden Tag eine sehr gute Arbeit! Die Shimano GRX Schaltung verrichtet täglich etliche Schaltvorgänge ohne Probleme und Manuela muss nur sehr selten etwas nachjustieren. Die Bremsbeläge werden wir demnächst einmal tauschen müssen, denn die Beläge sind langsam abgenützt. Den hinteren Reifen sieht man die Kilometer ebenfalls schon etwas an, aber das geht noch gut.